Kaleidoskop – Die Wirklichkeit im Kopf
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit das, was der Mensch um sich herum sieht oder wahrnimmt, tatsächlich wirklich ist. Ebenso interessant, aber auch irritierend ist es, dass zwei Menschen die scheinbar die gleiche Sache betrachten (etwa ein Bild in einem Museum), dennoch eine völlig andere Wahrnehmung haben und das Gesehene anders assoziieren. Jeder sieht sein eigenes „Rot“, obwohl doch alle auf den gleichen Farbklecks schauen.
Für die audivisuelle Installation wurde ein Kaleidoskop konstruiert, in dem bis zu drei Personen gleichzeitig Platz finden. Das Kaleidoskop repräsentiert die vielen verschiedenen Wirklichkeiten, in denen sich der Mensch und die sich um den Menschen befinden.  Sieht man sich im Spiegel oder wird man von seinem Spiegelbild betrachtet? Denn an jedem Punkt, wo immer man seinen Blick auch hinwendet, blickt das Augenpaar im Spiegel bereits zurück. All diese Wirklichkeiten stehen miteinander in Verbindung. Wenn man die Spiegelungen des Kaleidoskops zusammen betrachtet, formen sie wunderschöne Muster.
Es gibt unzählige Arten und Weisen, wie der Mensch sein Leben gestalten kann. Es gibt immer viele Lösungen, die funktionieren können. Die Eindeutigkeit ist eher die Ausnahme, die Mehrdeutigkeit die Regel. Mehrdeutigkeit inspiriert, denn sie öffnet den Blick für ganz unterschiedliche (sich teils widersprechende) Perspektiven. Eindeutigkeit lähmt Kreativität und lässt den Fluss der Ideen versickern. Kann Kreativität bewusst gesteuert werden oder ist sie ein Produkt des Zufalls?
Hypnotisch und meditativ wirken die in Dauerschleife abgespielten Sounds und Bewegungen. Die Arbeit läd ein sich darauf einzulassen und sich in einen Trance ähnlichen Zustand zu begeben. Das Kleidoskop ist ein Raum voller Spiegelungen und verschiedener Bilder, die alle von ein und demselben Objekt ausgehen. Von außen betrachtet ist es schwer das reale Bild vom gespiegelten Bild zu unterscheiden. Der reale Raum und dessen Spiegelungen verschwimmen miteinander, scheinbare Brüche vereinen sich zu einem Bild. Was sichtbar und wahrnehmbar wird, spiegelt die Wirklichkeiten, die wir konstruieren. Ein Experiment Kreativität zu steigern und sich auf das Mehrdeutige einzulassen. Ein Spiel mit der Wirklichkeit im eigenen Kopf.
(English below)
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Kaleidoscope – Mind-created Reality
The work deals with the question to what extent that what people see or perceive around them is actually real. Interesting, but equally irritating, is the fact that two people who seem to look at the same thing (for example, a piece of art in a museum), nevertheless have a completely different perception and association. Everybody sees his/her own "red", although they all look at the same spot of colour.
For the audio-visual installation, a kaleidoscope was constructed in which up to three people can take place simultaneously. The kaleidoscope represents the many different realities we are located in and that are around us.  Do you see yourself in the mirror or are you being looked at by your own reflection? At every point, wherever you turn your gaze, a pair of eyes in the mirror is already looking back. All these realities are connected with each other. When looking at the kaleidoscope's reflections as one, they form beautiful patterns.
Clarity is rather exeptional than usual. The usual is ambiguity, that inspires, because it opens the gaze for different (sometimes contradictory) perspectives. Clarity paralyses creativity and lets the flow of ideas seep away. Can we  consciously control creativity or is it only a product of chance?
The sounds and movements played in a continuous loop have a hypnotic and meditative effect. The work invites you to get involved and enter a trance-like state. The kaleidoscope is a room full of reflections and different images, all emanating from one and the same object. Seen from the outside it is difficult to distinguish the real image from the mirrored. The real space and its reflections blur together, apparent breakdowns unite to form one image. What becomes visible reflects the realities we construct. An experiment to increase creativity, to get involved with the ambiguous and to mind-create reality.

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